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Gewinnen ist längst nicht alles

Mdchen
Text und Foto: Thorin Mentrup, Rheiderland-Zeitung

Immer mehr Fußballerinnen in Jemgum – Der Spaß steht im Vordergrund.
An das Datum der ersten Trainingseinheit erinnern sich Torsten Sandstede und Nils Hofmann noch genau: Am 30. Juni 2011 haben sie zum ersten Mal Mädchenfußball beim SV »Ems« Jemgum angeboten. Zehn, zwölf Kinder waren da, vielleicht auch angezogen von dem Hype der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Der Jemgumer Boom hielt jedoch nicht nur einen Sommer lang vor, sondern bis heute: Mittlerweile trainieren Sandstede und Hofmann rund 35 Mädchen – Tendenz steigend. »Alle zwei Monate kommen ein, zwei Mädchen dazu«, schildert Hofmann die Jemgumer Erfolgsgeschichte. Mittlerweile nehmen eine D- und eine E-Juniorinnen-Mannschaft am Spielbetrieb teil, außerdem  gibt es eine Bambini-Gruppe. Damit sich die Mädchenfußballsparte des SV »Ems« gegen Fernsehen, Facebook und Co. behaupten kann, legen sich Sandstede und Hofmann mächtig ins Zeug. Sie sind immer vorbereitet, können gut mit den Mädchen umgehen. Zu Beginn haben sie noch Flyer verteilt, heute machen die Spielerinnen selbst Werbung, weil ihnen der Fußball unter dem Trainer-Duo richtig Spaß macht.  In über anderthalb Jahren haben nur vier Mädchen die Fußballschuhe wieder beiseite gelegt, nur einmal ist das Training ausgefallen. Für Sandstede und Hofmann steht der Spaß im Vordergrund. »Es geht nicht immer ums Gewinnen oder Verlieren«, weiß Hofmann. Es gilt, auch kleine Erfolge zu würdigen. Dass die D- und die E-Juniorinnen jeweils den letzten Platz belegen, ist nicht entscheidend, sondern die Fortschritte, die die Mädchen machen.  »Klar nagen Niederlagen an der Moral. Die Frage ist, wie du sie den Mädchen verkaufst. Du musst ihnen ein gutes Gefühl geben«, erklärt Hofmann. Langsam aber stellt sich auch der sportliche Erfolg ein. Die E-Juniorinnen wurden bei den Hallenkreismeisterschaften Fünfte, die D-Juniorinnen belegten in der Vorrunde immerhin Platz vier. Im Pokal feierten die ältesten Spielerinnen des SV »Ems« beim 2:1 gegen Tergast ihren ersten Pflichtspielsieg überhaupt. »Das sind ganz besondere Momente«, sind sich Hofmann und Sandstede einig. Die Mädchen sind zu einer echten Gemeinschaft zusammengewachsen. Der Spaß und der Zusammenhalt haben auch die Eltern überzeugt. Sie stehen voll hinter dem Projekt. »Sie machen richtig gut mit. Das nimmt uns viel Arbeit ab«, ist Sandstede froh über die große Unterstützung. Er und Hofmann opfern viel Freizeit für die Arbeit mit den Mädchen. Doch es macht ihnen Spaß – und das ist, wie beide wissen, das Wichtigste.